Biographische, textgenetische, werkchronologische und rezeptionsgeschichtliche Studien, gedacht als Vorarbeiten zu einer Biographie, machen die Bedeutung von Paris für Leben und Werk von Peter Weiss augenfällig. Seine Paris-Aufenthalte werden erfasst anhand der veröffentlichten Werke und zahlreicher unveröffentlichter Texte, die analysiert und teilweise neu interpretiert werden. Eine einlässliche Kommentierung verbreitert den bisherigen Kenntnisstand und ermöglicht genauere Einblicke in die Schreibpraxis von Weiss.
Der Autor konnte sich auf die im Peter-Weiss-Archiv der Akademie der Künste Berlin-Brandenburg bewahrten Archivalien stützen, auf handschriftliche Notizen und Notizbücher, Korrespondenzen, Typoskripte, Druckfahnen, auf Entwurfstexte, Exzerpte, Abschriften und Photos. Hinzu kommen der Forschung bisher unbekannt gebliebene Materialien aus Paris und Ergebnisse von Gesprächen, die mit ehemaligen Pariser Freunden und Bekannten geführt werden konnten. Die Besuche und längeren Aufenthalte von Weiss in Paris sind vor dem jeweils zu skizzierenden politischen, sozialen, künstlerischen und kunstpolitischen Umfeld dargestellt. Es werden Menschen näher vorgestellt, denen er dort begegnet ist, und Ansichten und Einsichten, Anregungen und Eindrücke gesammelt, die er von Paris mitgenommen hat und die auf die unterschiedlichste Weise für sein Schreiben bedeutsam geworden sind.
Es wird auch danach gefragt, wie Weiss in Paris wahrgenommen, veröffentlicht und aufgeführt wurde. Mitbedacht wird die Rolle, die Weiss im deutsch-französischen Kulturtransfer seiner Zeit zukommt.
Ein zweiter Band zu den Jahren 1967-1982 soll in absehbarer Zeit folgen.