Der interdisziplinäre Band erprobt die Revolution von 1848/49 und ihre symbolische Repräsentation als einen gemeinsamen kulturwissenschaftlichen Untersuchungsgegenstand. An ausgewählten Beispielen und Aspekten werden so zum einen die historischen Ereignisse in ihrer nationalen, territorialen, regionalen (südwestdeutschen) und lokalen (Mannheim) Spezifik dargestellt. Zugleich werden die historisch und diskursiv differenten Techniken ihrer historisch-politischen, alltagssprachlichen, ästhetischen und wissenschaftlichen "Aneignung" und zur historischen und diskursiven Sinn- und Bedeutungsstiftung diskutiert.
Neben dieser diskursanalytischen Perspektive liefern vor allem das gemeinsame funktions- und modernisierungsgeschichtliche Erkenntnisinteresse und die These von 1848/49 als Modernisierungskrise zusätzliche produktive Anknüpfungspunkte zwischen den hier versammelten 12 linguistischen, historischen, wissenschafts-, literar-, medien- und sprachgeschichtlichen Beiträgen von Mannheimer und Münchner WissenschaftlerInnen.
Die BeiträgerInnen
Peter Blastenbrei, Michael Erbe, Claudia Fraas, Waltraud Fritsch-Rößler, Beate Henn-Memmesheimer, Wolfgang von Hippel, Ursula E. Koch, Wilhelm Kreutz, Gudrun Loster-Schneider, Sylvia Schraut, Uwe C. Steiner, Reiner Wild.
Beiträge
Claudia Fraas: Karrieren geschichtlicher Grundbegriffe: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit
Beate Henn-Memmesheimer: Konstruktion von Revolutionen: Wissenschaftliche und alltagssprachliche Ausdifferenzierung eines Terminus
Wilhelm Kreutz: Die europäische Revolution von 1848/49
Michael Erbe: Signal für Europa? Die Februarrevolution in Frankreich
Wolfgang von Hippel: "Freiheit, die ich meine" - von der Schwierigkeit, eine Revolution zu verstehen
Sylvia Schraut: Emanzipiert die Revolution? Weibliche Teilhabe an revolutionären Zeiten: das Beispiel Mannheim
Peter Blastenbrei: Entscheidung in Mannheim? Eine Stadt in der Revolution 1848/49
Waltraud Fritsch-Rößler: Literaturgeschichtsschreibung um 1848/49. Zur Historisierung, Subjektivierung und Politisierung der Literaturgeschichte
Reiner Wild: Politische Lyrik im Vormärz
Gudrun Laster-Schneider: "Solange selbst im Sturm der Revolution so viele Rücksichten auf hergebrachte Vorurtheile genommen werden, wird das Joch der Tyrannei nicht gebrochen werden." Zur Interdependenz von Gender und Genre bei Autorinnen der 48er Revolution
Uwe C. Steiner: Revolution und Gedächtnis bei Grillparzer und Stifter
Ursula E. Koch: 1848/49: Die publizistische Revolution in Frankreich und Deutschland