Im Jahr 1995 hätte Elias Canetti seinen 90. Geburtstag feiern sollen. Aus diesem Grunde hat in seiner Geburtsstadt die Internationale Canetti-Gesellschaft ihr zweites Symposium veranstaltet, welches der Erforschung seines Werkes im Brennpunkt der Problematik von Massen und Geschichte gewidmet war.
Von Anfang an wurden Interdisziplinarität und Interkulturalität angestrebt - zwei Richtlinien, die uns auch von Canettis Werk in seinem weitabgesteckten anthropologischen Rahmen vorgegeben sind. Andererseits haben die Beiträge auch diesmal gezeigt, daß die zwei Dimensionen der Traditionalität und der Aktualität nicht streng voneinander zu trennen sind und sich unumgänglich verflechten und bedingen.
Beiträge
Michael Benedikt: Die Blendung der massenhaft verfehlten gesellschaftlichen Synthesis
Urs Marti: Canettis Masse und Macht und die Genealogie der modernen politischen Philosophie
Endre Kiss: Krise oder Selbstorganisation? (ein Vergleich der Massenpsychologien von Hermann Broch und Elias Canetti)
Penka Angelova: Das Konzept von Geschichte und Mythos bei Elias Canetti
Herwig Gottwald: Die Götter nach der Aufklärung. Zu Canettis Arbeit am Mythos
Elena Nährlich-Slateva: Das Meer und seine Tropfen - Masse, Individuum und Geschichte in Canettis Roman Die Blendung
Irene Boose: Die Fremdheit des Anderen. Canettis Poetik des Paradoxen: eine Form "jüdischen Denkens"
Klaus Manger: Masse, Macht und Sprache. Auch eine Canetti-Lektüre wider den Tod
Anna Dimova: Masse und Macht auf bulgarisch
George Gutu: Zu Aspekten der Autobiographie unter Berücksichtigung von Manes Sperbers und Elias Canettis Werk
Judith Veichtlbauer: "Das Jahrhundert an der Gurgel packen ". Zum Überleben als Passion
Peter Sragher: Die Macht der Worte
Krum Gergicov: Tod und Verwandlung des Individuums in Elias Canettis Dramen
Petar Ivanov: Pathologie der Macht in Canettis Essay "Hitler nach Speer"
Herbert Arlt: Massenkommunikation und Canettis Theorie zu Masse und Macht