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Öffentliche Bekenntnisse haben in Fernsehshows hohe Konjunktur. Die Quoten
steigen, wenn Menschen von ihren Eheproblemen und Kindersorgen, von ihren Sexualängsten
und Schlafstörungen reden.
Ganz Persönliches wird dabei öffentlich. Verletzungen werden einem
Millionenpublikum bereitwillig gezeigt. Schicksal wird vermarktet. Die Lust am Indiskreten
scheint weit verbreitet. In der vorliegenden Publikation wird zu diesem Phänomen aus
verschiedenen Perspektiven Stellung genommen. Da finden sich Ausführungen eines
Journalisten und eines Psychoanalytikers, eines Seelsorgers und eines
Literaturwissenschaftlers. Für Religionslehrer und Religionslehrerinnen dürften die
Ausführungen von Konrad Hilpert am wichtigsten sein, der die Lust am öffentlichen
Bekenntnis unter sozialethischen Aspekten untersucht. Er zeigt, wie wichtig es ist, von
seinem Leben zu erzählen, weist aber auch auf die Bedingungen hin, unter denen dies
sinnvoll geschehen kann. Zum Schluß entwirft er Orientierungspunkte der religiösen und
ethischen Tradition, von denen die mediale Präsentation heute lernen sollte, z.B.
Diskretion und Takt, Wahrheitsbezug und Einbettung in kontinuierliche
Betreuungsmöglichkeiten. Hier finden sich gute Anregungen auch für die
lebensgeschichtlich/biographische Dimension des Religionsunterrichts.
Religionsunterricht an höheren Schulen 6/99
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