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In den bisher verfügbaren großen Werkausgaben
bleibt der Lyriker Moritz ohne Kontur. Dass die dort versammelte Hand voll Gedichte, die
teilweise in den Romanen "Anton Reiser" und "Andreas Hartknopf" stehen,
nur einen Bruchteil der überlieferten Texte bilden, zeigt jetzt die Ausgabe von Christof
Wingertszahn. Der Leiter der Moritz-Arbeitsstelle an der Akademie der Wissenschaften hat
akribisch über achtzig Gedichte gesammelt, die zu Moritz Zeiten an verstreuten
Orten publiziert wurden. Sogar eine Handschrift in der Staatsbibliothek konnte er
aufspüren. Etliche Stücke fanden sich in den beiden großen Berliner Zeitungen, der
"Vossischen" und der Haude-Spenerschen", allerdings sind sie wegen des
meist fehlenden oder nur abgekürzten Namens äußerst schwer zu identifizieren. Das
Vergnügen an diesen neu erschlossenen Gedichten wird durch kurze Erläuterungen und ein
Nachwort befördert, die zur Wertschätzung dieses lange unbeachteten Schatzes der
Berlin-Literatur erheblich beitragen.
Berliner Zeitung 15.09.1999
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