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Im Zusammenhang der Gründerjahre und der Reformpädagogik hat sich zu Beginn
des Jh. die Sprecherziehung in der Nähe zur Deutschdidaktik entwickelt. Die auf
gründlichen Quellenstudien beruhende Arbeit schildert den Weg dieser Fachrichtung bis in
die Irrwege der NS-Zeit. Für jeden in diesen Jahren an Universitäten lehrenden
Fachvertreter bietet das Buch zunächst einen dokumentarischen Teil, dem sich eine
kritische Darstellung der Publikationen anschließt. Erschreckend ist, wie ein ganzes,
vorwiegend schulbezogenes Fach - bis auf wenige Ausnahmen - bruchlos aus völkischen
Anhängen in die NS-Ideologie hineingeraten ist. Bewundernswert ist, mit welcher Akribie
sich der Verfasser, der in diesem Fach selbst Herausragendes geleistet hat, der eigenen
Fachgeschichte stellt. Wir dürfen auf den Folgeband gespannt sein, in dem die
inhaltlichen Positionen des Faches dargestellt werden sollen: »Zwischen Sedan und
Auschwitz«. Es ist dringend erforderlich, daß die Bereiche der germanistischen Sprach-
und Literaturwissenschaft in gleicher Weise endlich aufgearbeitet werden.
Germanistik 40 (1999) Heft 1
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