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Jura Soyfer (1912-1939) zum Gedenken

Jura Soyfer (1912-1939) zum Gedenken
32,00 EUR*
Art.Nr.:10222
lieferbar in 1-3 Werktagen

Autor / Hrsg.: Arlt, Herbert;
Manger, Klaus (Hrsg.)
Titel: Jura Soyfer (1912-1939) zum Gedenken
Reihen-Titel: Österreichische und internationale Literaturprozesse
Reihen-Hrsg.: Arlt, Herbert
Band: 7
Jahr: 1999
ISBN: 978-3-86110-222-9
Weitere Angaben: 406 Seiten, 13 Abbildungen
Schlagworte:  
Erscheinungsdatum: Januar 1999
 
Beschreibung  

INTELLEKTUALITÄT UNTER KZ-TERROR

Harry Stein (Weimar/Buchenwvald): Buchenwald
Sonja Staar (Weimar/Buchenwald): Österreicher im Konzentrationslager Buchenwald. Fritz Löhner-Beda. Wilhelm Kurtz. Paul Morgan. Fritz Grünbaum. Jura Soyfer
Harald Heydrich (Jena): Jura Soyfers Dachau-Lied und die Tradition der KZ-Lagerlieder. Eine wirkungsästhetische Untersuchung
Felix Kreissler (Montreuil): Kreativität als Überlebensstrategie in der KZ-Welt. Fallbeispiele aus Buchenwald und anderswo
Gilbert Badia (Paris): Soyfers Darstellung des Austrofaschischmus und des deutschen Faschismus

JURA SOYFER UND DIE LITERATUR SEINER ZEIT

Anatolij M. Naumenko (Melitopol): Jura Soyfers dramatisches Werk als zerstörende Erneuerung des österreichischen Volksstückes
Penka Angelova (Rousse): Antiutopie als Destruktion der Utopie und des Dialogs bei Jura Soyfer
Michaela Bürger (Genua): »Hitler hat Deutschland zum Schweigen gebracht«. Sprachkritik und Faschismuskritik bei Jura Soyfer
Herbert Arlt (Wien): Jura Soyfer, Josef Nadler, Schiller und Goethe
Fabrizio Cambi (Florenz): »Dort ist das Land, das dir gehört ...«. Vom austrofaschistischen Nationalismus zur utopischen Heimat in Soyfers Literatur
Reinhold Schrappeneder (Wien): Gegen Dummheit und Menschenverachtung. Ironie und Spott als literarische Waffe im Werk Jura Soyfers

LITERATUR AUS DEM KZ, ÜBER DAS KZ

Annette Daigger (Saarbrücken): Daß die Überlebenden zu Wort kommen ... KZ-Insassen als Zeitzeugen der Geschichte
Anil Bhatti (New Delhi): Erinnern und Schweigen
Ulf Birbaumer (Wien): Armand Gatti und das »univers concentrationnaire« Der Film »L'Enclos« und die »Lager-Stücke«
Thomas Taterka (Genua): Geschichte, Authentizität, Fiktionalität: Eine Schwierigkeit beim Lesen von Lagerliteratur
Jürgen Doll (Le Mans): »Worte seit Auschwitz«. Der Holocaust in der Lyrik Erich Frieds
Hanno Möbius (Halle): Dokument und Groteske in der Literatur zum Holocaust
Klaus Manger (Jena): Jörge Sempruns »Bleiche Mutter, zarte Schwester« - ein Oratorium

ANHANG

1. Dokumentationen
1.1. Vertreibung aus Wien
1.2. Intellekt und Terror (Bericht: Klaus Manger)
1.3. Jura Soyfer Schulprojekt in Weimar (Heide Eitner)
2. Bibliographie Einleitung
2.1. Jura Soyfer
2.2. KZ Buchenwald
3. Bildnachweis

Aus dem Vorwort

Die Tagung »Jura Soyfer (1912-1939) zum Gedenken« war eine der umfänglichsten der Jura Soyfer Gesellschaft. Vom 15. bis 17. Februar 1996 folgte sie - auf den Spuren Jura Soyfers - seinem Weg von Wien nach Weimar und in das Konzentrationslager Buchenwald.

Die Vorbereitungen der Tagung begannen bereits zwei Jahre zuvor. Im Mittelpunkt stand das Bemühen, eines Menschen und Schriftstellers öffentlich zu gedenken und dabei die Situation im KZ mitzubedenken, dessen Welt, wie es bei Jura Soyfer heißt, umspannt war von » Stacheldraht, mit Tod geladen«.

Die nationalsozialistische Propaganda zielte darauf ab, Individualität und Gedenken auszulöschen, dem Intellekt den Terror entgegenzusetzen und ihn mit einer ausgeklügelten Maschinerie des Todes zu vernichten. Wie war unter den Bedingungen des Terrors noch Individualität zu bewahren? Wie ließ sich angesichts von Gewalt und Verbrechen der Glaube an Menschlichkeit erhalten? In welchen Formen regte sich Widerstand, da die Nationalsozialisten sich auf Inhumanität konzentrierten? Die Tagung machte deutlich, wie bohrend die Fragen nach einem Geschehen sein können, dessen Ungeheuerlichkeit uns noch immer die Sprache verschlägt.

Die Reden in Wien, in der Gedenkstätte Buchenwald, in Weimar und in Jena wie die wissenschaftlichen Beiträge der Tagung standen im Zeichen des Gedenkens. Bei der abschließenden Soiree am Abend des 17. Februar 1996 las Katja Paryla im Deutschen Nationaltheater Weimar ausgewählte Texte von Jura Soyfer. Die Gespräche kreisten um Jura Soyfer, um sein schriftstellerisches Wirken, um sein Verhältnis zu seinen Zeitgenossen. Sie bedachten auch, wie Intellektualität unter KZ-Terror litt. Im Umgang mit Literatur aus dem KZ und über das KZ läuft man gelegentlich Gefahr, das KZ im Strudel von Fiktionsbildungen zu entwirklichen. Die Konzentrationslager sind Teil der historischen Welt. Die Unbeholfen-heit, mit der wir uns ihrer Wirklichkeit, die eine ganz andere war, oft stellen, zeugt von Scheu und Befangenheit.

Besondere Bedeutung kommt der Auseinandersetzung mit der Verantwortung der Intellektuellen zu. Manche unter ihnen aus Kunst und Wissenschaft waren ins Exil gegangen. Manche haben sich selbst getötet. Viele saßen im KZ, ohnmächtig und schutzlos größter Gewaltbereitschaft ausgeliefert. Das als historisches Geschehen zu verstehen, sind die Intellektuellen von heute besonders gefragt.

Der vorliegende Band gibt die wissenschaftlichen Beiträge in der Reihenfolge wieder, in der sie auf der Tagung vor drei Jahren um die folgenden Themen gruppiert waren: Intellektualität unter KZ-Terror, Jura Soyfer und die Literatur seiner Zeit, Literatur aus dem KZ, über das KZ. Im Anhang sind ein Schulprojekt >Jura Soyfer<, in dem sich Jugendliche mit seinem Leben und seiner Zeit auseinandergesetzt haben, sowie das Podiumsgespräch über Intellekt und Terror< dokumentiert, das am Abend des 16. Februar 1996, dem Todestag Jura Soyfers, im ehemaligen Weimarer NS-Gauforum stattgefunden hat. Die Dokumentation beschließt eine Bibliographie zu Jura Soyfers Leben und Werk. Sie belegt die Lebendigkeit eines Menschen, der im KZ Buchenwald starb, aber in seinem Werk fortlebt.

Danken wollen wir allen Institutionen, die diese Tagung und ihr Rahmenprogramm ermöglichten, gefördert und begleitet haben, insbesondere dem Thüringer Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur (Erfurt), den Österreichischen Bundesministerien für Wissenschaft, Forschung und Kunst und für Auswärtige Angelegenheiten (Wien), den Städten Wien, Weimar und Jena, der KZ-Vereinigung Buchenwald (Wien), der Gedenkstätte Buchenwald sowie der Friedrich Schiller Universität Jena und dem Deutschen Nationaltheater Weimar.

Herbert Arlt (Wien) und Klaus Manger (Jena)

 



 
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