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Die Lebendigkeit der Geschichte

Die Lebendigkeit der Geschichte
39,00 EUR*
Art.Nr.:10285
lieferbar in 1-3 Werktagen

Autor / Hrsg.: Lappin, Eleonore;
Schneider, Bernhard (Hrsg.)
Titel: Die Lebendigkeit der Geschichte.
(Dis-)Kontinuitäten in Diskursen über den Nationalsozialismus
Reihen-Titel: Österreichische und internationale Literaturprozesse
Reihen-Hrsg.: Arlt, Herbert
Band: 13
Jahr: 2001
ISBN: 978-3-86110-285-4
Weitere Angaben: 541 Seiten, Broschur
Schlagworte:  
Erscheinungsdatum: Januar 2001
 
Beschreibung  

Dass die Zeit und die Verbrechen des Nationalsozialismus aktuelle Wirksamkeit besitzen, ist kein Postulat aufgrund eines moralischen, ökonomischen oder sonstigen Kalküls. Vielmehr ist die Virulenz der Geschichte in vielen, bei genauem Hinsehen in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen zu beobachten, es handelt sich in mancher Hinsicht um eine universelle Rahmenbedingung. Gesellschaftliche Diskurse sind in hohem Maße von Bezugnahmen auf das Thema Nationalsozialismus geprägt. Sie sind einerseits vom Versuch bestimmt, Kontinuitäten zu brechen, "Auschwitz" als das "Ende der Geschichte" zu begreifen, das einen neuen Anfang nötig macht: Erinnerung als Mahnung. Andererseits wurde und wird das Thema beschwiegen und verdrängt, und ist durch seine Ausgrenzung gleichermaßen zum kommunizierenden Faktor des Diskurses geworden.

Der vorliegende Band versammelt 39 Beiträge von WissenschaftlerInnen, persönliche Statements von auf unterschiedliche Weise Betroffenen, künstlerische Annäherungen sowie Präsentationen konkreter Maßnahmen und Initiativen, die vielschichtige Einblicke in aktuelle Inhalte und Perspektiven in Diskursen über Nationalsozialismus und Holocaust bieten.

Die hier thematisierten Nachwirkungen des Geschehenen, von denen alle Lebensbereiche der Nachkriegsgesellschaften beeinflusst sind - sei es in Deutschland und Österreich, sei es in anderen europäischen Ländern, die unter der NS-Herrschaft litten oder in den Emigrationsländern, v. a. in Israel und Nordamerika -, belegen eindrucksvoll die "Lebendigkeit der Geschichte".

Beiträge

Bezugnahme

Moshe H. Jahoda: »Du hast gemordet und auch geerbt« Erwartungen von Überlebenden der Schoa an die ÖsterreicherInnen und an Österreich
Peter Pulzer: Exil und neue Heimat
Heidemarie Uhl: Das »erste Opfer« - Das österreichische Gedächtnis und seine Transformationen in der Zweiten Republik
Moshe Zuckermann: Die Parzellierung der Schoa-Erinnerung im heutigen Israel. Vom historischen Ereignis zum Gegenstand ideologischer Projektion
Gerard Rwagasana: The Rwandan genocide of the Tutsis. Another lesson of »Never Again«?
Gerhard Bodendorfer: Schuld und Sühne?! Die katholische Kirche und ihr schwieriger Umgang mit der Schoa

Prozess

Claudia Kuretsidis-Haider: Verdrängte Schuld - vergessene Ahndung. NS-Prozesse in Österreich
Wolfgang Neugebauer: Zur Problematik der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit in Österreich
Wolfgang Benz: Möglichkeiten und Grenzen der Gerechtigkeit: NS-Prozesse und deutsche Nachkriegsgesellschaft in den ersten Nachkriegsjahren
Michael Stiller: Zu arm, zu alt, zu hilflos. Echo auf aktuelle Forderungen von Opfern des Nationalsozialismus aus den Ländern der früheren Sowjetunion

Tradierung I

Daniel Strauß: Zur Nachkriegsgeschichte der Sinti und Roma in Deutschland
Erika Thurner: Die Roma - Opfer von NS-Verfolgung und Nachkriegs-Entschädigungspolitik
David Soetendorp: A Generation Confronting the Loss of Community
Ruth Goodman: Memory, Family Stories and Intergenerational Communication
Gabriele Rosenthal: Sexuelle Gewalt in Kriegs- und Verfolgungszeiten. Biographische und transgenerationelle Spätfolgen bei Überlebenden der Schoah, ihren Kindern und EnkelInnen
Miriam Rieck: Holocaust Survivors in Psychological Literature and in their Testimonies
Dorit B. Whiteman: Emotional Adjustment of Concentration Camp Survivors and Escapees
Helga Amesberger und Brigitte Halbmayr: Vom Leben nach dem Überleben. Die Lebenssituation von ehemals inhaftierten Österreicherinnen des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück

Tradierung II

Gertraud Benke und Ruth Wodak: Fulfilling One's Duty? Memorizing what has not been
Doris Gödl: Das Schweigen zum Sprechen bringen. Generationengeschichte als Tätergeschichte
Margit Reiter: »Tischgespräche«. Intergenerationelle Kommunikation über den Nationalsozialismus
Christian Schneider: Erbschaft der Schuld? Der Diskurs über die NS-Vergangenheit in den deutschen Nachkriegsgenerationen
Lars Rensmann: Politisch-psychologische Nachwirkungen des Nationalsozialismus in der Gegenwart. Zum Verhältnis von neueren Vergangenheitsdiskursen und gesellschaftlichen Einstellungen gegenüber dem Holocaust in Deutschland

Initiative

Anton Legerer: Umgang mit dem österreichischen Anteil am Nationalsozialismus: »Gedenkdienst« als Katalysator der »Dritten Generation« für die Erinnerung an den Völkermord an Juden, Roma und Sinti und an das nationalsozialistische Terrorregime
Hannah M. Lessing: Wiedergutmachung in Österreich. Von der Unterlassung zur symbolischen Geste
Max Kothbauer: Zur Übernahme der Verantwortung
Anna E. Rosmus: Looking Behind the Scenes
Samson Munn: The Austrian Encounter
Urs Urech: Höflichkeit und Anstand genügen nicht. Eine ehrliche Begegnung zwischen jüdischen Menschen und ihren »Verbündeten«
Susanne Baranyai: Verein Roma Oberwart
Andreas Sarközi: Kulturverein österreichischer Roma
Mirjam Karoly: Romano Centro
Renata M. Erich: Gedanken zur Erziehung von Romakindern

Repräsentation

Ido Abram und Piet Mooren: Holocaust, Erziehung, Unterricht und Kindergarten
Kersten Brandt: Privatfotos von Deportierten im Archiv der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau
Gottfried Wagner: »Entartete Musik« als Protest gegen die NS-Vergangenheit: Zur Situation der musikalischen Identität nach 1945 - Versuch einer Bestandsaufnahme
Stephen C. Feinstein: Absence/Presence: The Artistic Memory of the Holocaust and Genocide. Constructing an Exhibition
Rayah Redlich: The Idea of the Fragment
Doron Rabinovici: Jidntität. Angeln aus christlicher Sicht oder Gibt es eine jüdische Erzähltradition in der deutschen Gegenwartsliteratur?

 



 
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