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Antikoloniale Kleinkunststücke

Antikoloniale Kleinkunststücke
17,00 EUR*
Art.Nr.:10261
lieferbar in 1-3 Werktagen

Autor / Hrsg.: Winkler, Jean-Marie (Hrsg.)
Titel: Alfredo Bauer: Antikoloniale Kleinkunststücke. "Der weisse Elefant" und "Demetrius"
Reihen-Titel: Beiträge zur Robert-Musil-Forschung und zur neueren österreichischen Literatur
Reihen-Hrsg.: Roth, Marieouise; Fialaürst, Ingeborg; Béhar, Pierre
Band: 14
Jahr: 2000
ISBN: 3-86110-261-7
Weitere Angaben: 144 Seiten, Broschur
Schlagworte:  
Erscheinungsdatum: Januar 2000
 
Beschreibung  

Im Alter von 14 Jahren musste Alfred Bauer seine Heimat Österreich verlassen, um über Italien nach Argentinien auszuwandern, wo eine Schwester seines Vaters bereits ansässig war - was ihm und seiner Familie ermöglichte, ein Einreisevisum zu erhalten und somit der NS-Verfolgung nach dem Anschluss zu entkommen. Für die antifaschistischen Exilierten der deutschsprachigen Kolonie in Buenos Aires bedeuteten die fünfziger Jahre die zunehmende Integration in die argentinische Gesellschaft, nach den Wirren des Kampfes gegen die geographisch ferne NS-Diktatur. Eine Übergangsphase in dieser Akkulturation dokumentieren die bisher unveröffentlichten Kleinkunststücke Der weiße Elefant und Demetrius. Wenn die Form noch deutlich auf das "rote Wien" des Jura Soyfer verweist, so betrifft die Thematik die neue amerikanische, bzw. lateinamerikanische Umwelt. Die Kritik am Kolonialismus im Weißen Elefanten ist zugleich auf die traditionsreiche Kolonialmacht Großbritannien und auf die Vereinigten Staaten der Mac-Carthy-Ära gemünzt. Die Satire geißelt das sogenannte "Land der unbegrenzten Möglichkeiten", das als Inbegriff des kapitalistischen Systems bloßgestellt wird. Der Rahmen des Demetrius ist dahingegen ein lateinamerikanischer Kleinstaat, der von einem feindlichen Nachbarn und einem multinationalen Bananen-Konzern annektiert wird, wobei die Guatemala-Krise 1954 dem utopischen "Paramala" wohl eine greifbare zeitgenössische Realität verleihen konnte. Die Kritik richtet sich dabei gegen die Macht der modernen Propaganda und der Manipulation, die hinter der scheinbar gepriesenen "Freiheit" zum Sieg reaktionärer Kräfte beiträgt. Aus einer Mischung von Witz, Satire, Belehrung und Unterhaltung heraus entstehen knappe, wirksame Bilder in der Tradition der Wiener Kleinkunst. Neben der Thematik trägt nicht zuletzt die offene Appellstruktur der beiden Stücke zur ihrer Aktualität bei.

Dr. Alfredo Bauer (geb.1924 in Wien) war bis vor kurzem als Arzt in Buenos Aires tätig. Er arbeitet weiter als Publizist, Übersetzer und Schriftsteller, sowohl in spanischer als auch in deutscher Sprache.

Jean-Marie Winkler ist Professor an der Universität Rouen (Frankreich), Lehrstuhl für österreichische Literatur und Kultur



 
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